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MEMehrere ArtenBmoderatT2Zieldaten begrenzt

Omega-3: Mechanismen, Umwandlung und was die grossen Studien zeigen

Pflanzliche Alpha-Linolensäure hebt EPA an, DHA kaum. Was VITAL, REDUCE-IT und ASCEND wirklich zeigen, was Pferdestudien belegen, was der Omega-3-Index misst.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

11 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Drei Ketten aus durchscheinenden, leuchtenden Kugeln ziehen sich als Stränge durch ein feines Liniennetz auf dunkelblauem Grund.

Zusammenfassung

Omega-3 ist kein einzelner Stoff, sondern eine Familie: die pflanzliche Alpha-Linolensäure und die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA. Der Körper baut Alpha-Linolensäure nur zu einem kleinen Teil in EPA um, in DHA fast gar nicht. Grosse Studien beim Menschen fallen widersprüchlich aus, weil Form, Menge und Ausgangswert mitentscheiden. Beim Pferd ist der Einbau ins Gewebe belegt, ein klinischer Nutzen bisher nur für die Atemwege.

24Primärquellen
58 %davon Stufe 1 bis 2
3untersuchte Arten
2005–2025Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • Der Umbau von pflanzlicher Alpha-Linolensäure zu EPA ist begrenzt, der weitere Schritt zu DHA sehr gering; eine Übersichtsarbeit von 2022 zieht die Bilanz, dass Alpha-Linolensäure den Omega-3-Index praktisch nicht bewegt.
  • In VITAL erhielten 25'871 Personen über gut fünf Jahre täglich ein Gramm Fischöl oder ein Scheinpräparat: 386 gegenüber 419 schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, ein Unterschied ohne statistische Sicherheit.
  • Eine hoch dosierte, reine EPA-Zubereitung senkte in einer Studie den kombinierten Endpunkt von 22,0 auf 17,2 Prozent, während die vergleichbar hoch dosierte EPA-DHA-Mischung gegen Maisöl ergebnislos blieb.
  • Eine Auswertung von sieben Studien mit 81'210 Teilnehmenden fand unter marinen Omega-3-Präparaten mehr Vorhofflimmern, und zwar umso deutlicher, je höher die geprüfte Menge.
  • Bei Pferden mit chronischer Atemwegsentzündung fiel der Anteil neutrophiler Zellen in der Lungenspülung von 23 auf 9 Prozent, während er in der Vergleichsgruppe von 11 auf 17 Prozent stieg.

Drei Moleküle unter einem Sammelnamen

Omega-3 benennt keine Wirkung, sondern eine Stelle im Molekül: Die erste Doppelbindung sitzt drei Kohlenstoffatome vom hinteren Ende der Fettsäurekette entfernt. Drei Vertreter sind ernährungsrelevant. Alpha-Linolensäure stammt aus Pflanzen, aus Lein, Leindotter, Raps, Walnuss und frischem Weidegras. Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure, kurz EPA und DHA, stammen aus Algen und aus Tieren, die Algen fressen, also vor allem aus Fisch. Wer diese drei nicht trennt, wirft Stoffe zusammen, die sich in Herkunft, Kettenlänge und Verhalten unterscheiden.

Nur Alpha-Linolensäure ist im strengen Sinn lebensnotwendig: Weder Mensch noch Pferd besitzt das Enzym, um eine Doppelbindung an dieser Position selbst zu setzen. EPA und DHA gelten formal als entbehrlich, weil der Körper sie aus Alpha-Linolensäure herstellen kann. Wie gut er das kann, entscheidet über fast alles Weitere und ist der Grund, weshalb pflanzliche und marine Quellen nicht austauschbar sind.

Beim Pferd verschiebt die Haltung die Ausgangslage. Frisches Weidegras liefert Alpha-Linolensäure, während viele Kraftfutter und gebräuchliche Öle reich an Linolsäure sind, dem Ausgangsstoff der konkurrierenden Omega-6-Reihe. Eine Übersichtsarbeit von 2024 zu Hund, Katze und Pferd führt das Interesse an Omega-3-Zulagen genau auf diese Verschiebung zurück.

Der Umbauweg und seine Engstelle

Aus Alpha-Linolensäure wird EPA in mehreren Schritten: Entsättigung, Verlängerung, erneute Entsättigung. Dieselben Enzyme bearbeiten auch die Omega-6-Reihe, die von Linolsäure zur Arachidonsäure führt. Beide Familien konkurrieren um dieselben Werkzeuge, weshalb nicht allein die zugeführte Menge zählt, sondern das Verhältnis der Ausgangsstoffe.

Wie eng diese Stelle ist, zeigen Messungen mit markierten Fettsäuren beim Menschen. Eine viel zitierte Zusammenfassung hält fest: Mehr Alpha-Linolensäure hebt den EPA-Anteil in Plasma, Blutkörperchen, Blutplättchen und Muttermilch an, den DHA-Anteil dagegen nicht; bei hoher Zufuhr kann DHA sogar sinken. Der Umbau zu EPA sei bei Männern begrenzt, der weitere Schritt zu DHA sehr gering; bei Frauen fällt der umgebaute Anteil insgesamt höher aus, möglicherweise unter dem Einfluss von Östrogen.

Eine neuere Interventionsstudie stellte die Frage anders. 168 Personen in vier Ernährungsmustern, von der westlichen Mischkost bis zur veganen Ernährung, erhielten über neun Monate zusätzlich Leinöl. In den roten Blutkörperchen stiegen EPA um 27 bis 41 Prozent und DHA um 13 bis 26 Prozent, in allen vier Gruppen. Entscheidend war weder Geschlecht noch Alter noch Körpergewicht, sondern der Startwert: bei niedrigem EPA-Ausgangswert rund 63 Prozent Zuwachs, bei hohem nur rund 13 Prozent.

Die beiden Befunde widersprechen sich nur scheinbar: Die ältere Arbeit misst den umgebauten Anteil, die neuere die Verschiebung des Blutwerts. Eine Übersichtsarbeit von 2022 zieht die praktische Bilanz: Alpha-Linolensäure hebt EPA an, lässt DHA und den Omega-3-Index aber weitgehend unverändert.

Wandelt das Pferd Alpha-Linolensäure besser um als der Mensch?

Darauf gibt es keine belastbare Antwort, weil beim Pferd Messungen mit markierten Fettsäuren fehlen. Der einzige Hinweis ist indirekt: In einem Versuch an 18 Jährlingen hob Fischöl die EPA- und DHA-Anteile in Plasma und roten Blutkörperchen deutlich stärker an als gemahlener Leinsamen, obwohl beide Zulagen dieselbe Gesamtmenge Omega-3 lieferten. Das spricht gegen eine besonders leistungsfähige Umwandlung, beweist aber nichts.

Was Omega-3 in der Zelle tut

Drei Wirkwege sind gut beschrieben, und alle beginnen mit demselben Vorgang: EPA und DHA werden in die Fettschicht der Zellmembranen eingebaut. Beim Pferd ist das direkt nachgewiesen. In einem Fütterungsversuch an 20 Tieren tauchten die zugeführten Fettsäuren in den Membranfetten von Blutplasma, Gelenkflüssigkeit und Lungenoberflächenfilm auf, mit dem Höhepunkt erst nach rund 60 Tagen. Die Membran ist der Speicher, aus dem alles Weitere stammt.

Der zweite Weg ist Verdrängung. Aus der Membran werden Fettsäuren freigesetzt und zu Signalstoffen umgebaut. EPA benutzt dafür dieselben Enzyme wie die Arachidonsäure der Omega-6-Reihe und verschiebt das Muster der entstehenden Botenstoffe, ohne die Signalwege abzuschalten. Omega-3 wirkt hier also nicht wie ein Hemmstoff, sondern verändert eine Mischung.

Der dritte Weg ist der interessanteste. Aus EPA und DHA baut der Körper eigene Auflösungsmediatoren: Resolvine, Protectine und Maresine. Im Zellversuch an Gelenkinnenhautzellen vom Pferd senkte eine Vorbehandlung mit EPA oder DHA vor einem Entzündungsreiz die Aktivität mehrerer Knorpelabbau- und Entzündungsgene, darunter zwei Matrix-Metalloproteinasen und die Cyclooxygenase 2. Die isolierten Auflösungsmediatoren wirkten ebenso. Das ist ein Befund an Zellen aus dem Pferd, nicht am Pferd.

Die grossen Humanstudien und warum sie sich widersprechen

Vier Studien prägen das Bild, und sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. In VITAL erhielten 25'871 Personen über eine mittlere Beobachtungszeit von 5,3 Jahren täglich ein Gramm Fischöl oder ein Scheinpräparat. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse traten bei 386 gegenüber 419 Personen auf, ein Unterschied ohne statistische Sicherheit; Krebs wurde bei 820 gegenüber 797 Personen festgestellt. Herzinfarkte allein waren seltener, doch dieser Endpunkt war nachrangig festgelegt.

ASCEND prüfte dieselbe Menge an 15'480 Personen mit Diabetes über durchschnittlich 7,4 Jahre und fand ebenfalls keinen Unterschied. REDUCE-IT prüfte dagegen eine hoch gereinigte, reine EPA-Zubereitung in vierfacher Menge und fand den kombinierten Endpunkt bei 17,2 gegenüber 22,0 Prozent. STRENGTH prüfte dieselbe hohe Menge, aber als Mischung aus EPA und DHA gegen Maisöl, und wurde vorzeitig abgebrochen.

Die vier grossen Herz-Kreislauf-Studien unterscheiden sich in vier Merkmalen gleichzeitig.
StudieMolekülformVergleichspräparatTeilnehmendeErgebnis am Hauptendpunkt
VITALEPA und DHA, niedrig dosiertScheinpräparat25'871, ohne Vorerkrankungkein gesicherter Unterschied
ASCENDEPA und DHA, niedrig dosiertOlivenöl15'480, Diabetes ohne Gefässerkrankung8,9 gegenüber 9,2 Prozent
REDUCE-ITreiner EPA-Ethylester, hoch dosiertScheinpräparat8'179, Statin und hohe Triglyzeride17,2 gegenüber 22,0 Prozent
STRENGTHEPA und DHA als Carbonsäure, hoch dosiertMaisöl13'078, Statin und hohes Risiko12,0 gegenüber 12,2 Prozent

Menge, Molekülform, Vergleichspräparat und Ausgangsrisiko sind hier gleichzeitig verschieden; welcher Unterschied den Ausschlag gab, lässt sich nicht entscheiden. Bemerkenswert ist, dass die Autorenschaft von STRENGTH ihr Maisöl ausdrücklich als beabsichtigt wirkungslosen Vergleich bezeichnete: Die Wahl der Vergleichssubstanz war selbst eine Streitfrage der Studienplanung.

Die umfassendste Zusammenschau fasst 86 randomisierte Studien mit 162'796 Teilnehmenden zusammen, und ihr Ergebnis ist unbequem klar. Auf Gesamtsterblichkeit und Herz-Kreislauf-Ereignisse hat eine erhöhte Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren wenig bis keinen Einfluss; diese Aussage stuft die Übersicht als hoch verlässlich ein. Herzkranzgefässereignisse sinken möglicherweise leicht, rechnerisch eines vermieden auf rund 167 behandelte Personen, bei niedriger Verlässlichkeit. Gesichert belegt ist nur eine Wirkung, und sie ist mengenabhängig: Die Triglyzeride sinken um rund 15 Prozent.

Dem steht ein Sicherheitssignal gegenüber. Eine Auswertung von sieben Studien mit 81'210 Teilnehmenden fand unter marinen Omega-3-Präparaten mehr Vorhofflimmern, mit deutlicherem Zusammenhang in Studien mit mehr als einem Gramm täglich. Eine spätere Auswertung von 15 Studien kam auf dieselbe Grössenordnung und fand zugleich einen kleinen Vorteil bei Herz-Kreislauf-Ereignissen. Nutzen und Risiko wachsen offenbar gemeinsam.

Ausserhalb des Herz-Kreislauf-Systems fällt die Bilanz nüchtern aus. In einem Studienarm mit 18'353 Erwachsenen, die zu Beginn keine behandlungsbedürftige Depression hatten, traten unter Omega-3 etwas mehr depressive Episoden auf als unter Scheinpräparat, bei unveränderten Stimmungswerten. Eine Auswertung von 38 Studien mit 49'757 Personen fand für die geistige Leistungsfähigkeit im Alter wenig bis keine Wirkung.

Der Omega-3-Index: eine Messgrösse statt einer Menge

Der Omega-3-Index misst den gemeinsamen Anteil von EPA und DHA an allen Fettsäuren in der Membran roter Blutkörperchen. Sein Vorzug gegenüber einem Ernährungsfragebogen liegt auf der Hand: Er erfasst, was angekommen ist, nicht, was gegessen wurde. Beim Menschen liegen die Werte zwischen 2 und 20 Prozent; als günstiger Bereich werden 8 bis 11 Prozent vorgeschlagen.

Als Beleg für eine solche Einteilung dient eine Auswertung von zehn Bevölkerungsstudien mit einem Mittelwert von 6,1 Prozent. Sie stützt Marken von unter 4 und über 8 Prozent, nicht den engeren Bereich von 8 bis 11 Prozent. Ein um eine Standardabweichung höherer Index war dort mit einem um rund 15 Prozent niedrigeren Risiko für den Tod durch Herzkranzgefässerkrankung assoziiert; zwischen niedrigstem und höchstem Fünftel lagen 4,2 und 8,3 Prozent. Daraus schätzt die Autorenschaft beim Wechsel von 4 auf 8 Prozent eine um rund 30 Prozent niedrigere Sterblichkeit an dieser Erkrankung. Das sind Beobachtungsdaten: Ein niedriger Index kann ebenso gut andere Lebensgewohnheiten mit anzeigen.

Daraus folgt ein Einwand gegen die grossen Studien. Wer EPA und DHA wie ein Medikament gegen ein Scheinpräparat prüft, ohne den Ausgangswert zu erheben, mischt Personen mit sehr niedrigem und mit bereits hohem Spiegel in derselben Gruppe; nach gemessenem Blutspiegel ausgewertet, fallen die Effekte grösser aus. Das Argument ist plausibel und stammt zugleich aus einem Umfeld mit eigenem Interesse: Beide hier zitierten Arbeiten stammen von Autoren, die Speziallabore für genau diese Messung betreiben.

Gibt es einen Omega-3-Index für das Pferd?

Nein, nicht als etablierte Grösse. Die Messung selbst wäre möglich: Bereits 2010 wurden bei Jährlingen die Fettsäuren der Erythrozytenmembran bestimmt, und sie folgten der Fütterung. Was fehlt, ist der zweite Teil, nämlich ein Referenzbereich und eine Verknüpfung mit einem klinischen Ergebnis. Ohne diesen zweiten Teil ist ein Prozentwert eine Fütterungskontrolle, keine Risikoaussage.

Was beim Pferd tatsächlich gemessen wurde

Die belastbarste equine Studie betrifft die Atemwege. Randomisiert und kontrolliert erhielten 35 Pferde in Privatbesitz mit chronisch entzündlicher Atemwegserkrankung über zwei Monate eine Omega-3-Zulage oder ein Scheinpräparat, alle bei staubarmer, heufreier Fütterung. In der Zulagegruppe besserte sich der Hustenscore um 60 statt um 33 Prozent, die Atemanstrengung sank um 48 statt um 27 Prozent, und die neutrophilen Zellen in der Lungenspülung fielen von 23 auf 9 Prozent, während sie in der Vergleichsgruppe von 11 auf 17 Prozent stiegen. Entscheidend ist die Formulierung der Autorenschaft: ein zusätzlicher Nutzen zur staubarmen Fütterung, kein Ersatz dafür.

Beim Gelenk ist das Bild schwächer. In einem Versuch an zwölf Stuten wurde über 91 Tage eine Zulage mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren gefüttert und anschliessend eine Gelenkentzündung künstlich ausgelöst. Der Einbau gelang: EPA und DHA stiegen in Serumfetten und Gelenkflüssigkeit. Die Entzündungsantwort blieb davon weitgehend unberührt, denn Prostaglandin E2 und die Aktivität der Matrix-Metalloproteinasen unterschieden sich nicht. Niedriger war allein die Aktivität eines einzelnen Knorpelabbau-Gens in der Gelenkinnenhaut.

Bei der Haut wiederholt sich dieses Muster, verteilt auf zwei Versuche über je 16 Wochen. Im Versuch an 24 erwachsenen Pferden, in dem Hautproben entnommen wurden, stieg der Omega-3-Anteil der Haut im Zeitverlauf und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 sank; Antikörperbildung und verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion nach gezielter Immunisierung unterschieden sich zwischen den drei Ölen jedoch nicht. Im Versuch an 30 Pferden besserten sich Fellfarbe und Fellqualität gegenüber dem Ausgangswert, allerdings in allen Ölgruppen gleichermassen und ohne Vergleichsgruppe ohne Öl; Wasserverlust über die Haut und Entzündungsmarker im Blut unterschieden sich zwischen den Ölen ebenfalls nicht.

Derselbe Versuch an 18 Jährlingen weist sogar in die andere Richtung: Fischöl- wie Leinsamengruppe zeigten nach einer Reizinjektion in die Haut eine ausgeprägtere frühe Schwellung als die nicht ergänzte Vergleichsgruppe. Ein einfaches Bild, nach dem Omega-3 Entzündung generell dämpft, hält dem nicht stand.

  • Atemwege: klinische Endpunkte, deutliches Ergebnis, nur zusätzlich zu staubarmer Fütterung geprüft.
  • Gelenk: Fettsäure am Ziel, Entzündungsmarker unverändert, Lahmheit nie untersucht.
  • Haut: Fettsäuremuster folgt der Fütterung, Immunwerte bleiben gleich.
  • Belastung und Stoffwechsel: sehr kleine Gruppen, uneinheitliche Richtung.

Zwei kleinere Arbeiten stützen den letzten Punkt. Bei 20 Poloponys in drei Stufen moderierte allein die niedrigste Stufe die Entzündungsantwort nach einem Belastungstest; die Autorenschaft vermutet als Grund den in den höheren Stufen niedrigsten Vitamin-E-Gehalt. In einer Pilotstudie an zehn Pferden mit equinem metabolischem Syndrom sanken über 46 Tage die Triglyzeride, und die Insulinantwort auf einen Zuckertest stieg nur in der Vergleichsgruppe an.

Wo sich Pferd und Mensch treffen und wo nicht

Gemeinsam ist die Chemie: derselbe Enzymweg, dieselbe Konkurrenz zwischen Omega-3- und Omega-6-Reihe, derselbe Membraneinbau, dieselben Auflösungsmediatoren. Beim Pferd ist das nicht vorausgesetzt, sondern gemessen worden: in Zellen der Gelenkinnenhaut, in der Gelenkflüssigkeit, im Lungenoberflächenfilm und in der Haut.

Verschieden ist fast alles andere. Die natürliche Zufuhr des Pferdes besteht aus pflanzlicher Alpha-Linolensäure, die des Menschen in den untersuchten Bevölkerungen zu einem erheblichen Teil aus fertigem EPA und DHA aus Meerestieren. Verschieden sind Körpermasse und Verdauungsphysiologie. Verschieden ist vor allem die Beweislage: beim Menschen Studien mit Zehntausenden Teilnehmenden und harten Endpunkten, beim Pferd Gruppen von 10 bis 35 Tieren mit Ersatzgrössen.

Zwei Übertragungen sind deshalb ausgeschlossen. Erstens Mengen: Keine in einer Humanstudie geprüfte Menge lässt sich auf ein Pferd umrechnen, weder direkt noch über das Körpergewicht. Zweitens Endpunkte: Aus der Senkung der Triglyzeride beim Menschen folgt nichts über equine Gelenke, aus dem equinen Atemwegsbefund nichts über menschliches Asthma.

Übertragbar ist eine Denkfigur, kein Ergebnis. Beim Menschen bestimmte der Ausgangswert den Zuwachs stärker als die zugeführte Menge. Dass dies beim Pferd ebenso ist, bleibt Hypothese: vereinbar mit dem gemeinsamen Stoffwechselweg, aber ungeprüft, weil der Ausgangswert dort meist gar nicht erhoben wird.

Was daraus folgt, und was nicht

Drei Aussagen halten der Prüfung stand. Erstens ist Omega-3 kein Stoff, sondern eine Familie mit einer Engstelle: Alpha-Linolensäure hebt EPA an, DHA kaum. Zweitens ist die einzige über alle grossen Humanstudien hinweg verlässlich belegte Wirkung die Senkung der Triglyzeride um rund 15 Prozent, nicht eine Senkung der Sterblichkeit. Drittens verläuft die Beziehung zwischen Menge und Wirkung nicht geradlinig: Das Vorhofflimmern-Signal wuchs mit der Menge, und bei den Poloponys wirkte allein die niedrigste Stufe.

Ebenso klar ist, was nicht folgt. Aus einem veränderten Fettsäuremuster in Haut oder Gelenkflüssigkeit folgt kein klinischer Nutzen; der equine Gelenkversuch zeigt genau diese Lücke. Aus einer positiven Studie mit einem bestimmten Molekül in einer bestimmten Personengruppe folgt keine allgemeine Aussage. Und aus keiner der zitierten Zahlen folgt eine Menge für ein einzelnes Tier oder einen einzelnen Menschen.

Die Fettsäure kam am Ziel an. Die erwartete Wirkung kam nicht mit.

Zusammenfassende Lesart des equinen Gelenkversuchs

Zeit bis zur Anreicherung: wo Omega-3 wann messbar wird

Eigene Auswertung

Aus den Zeitangaben von fünf Fütterungs- und Interventionsstudien zusammengestellt; jede Zeile nennt den frühesten Zeitpunkt, an dem die jeweilige Arbeit einen Höchstwert oder Nachweis berichtet. Die letzte Spalte zieht daraus die Folge für die Versuchsplanung, die keine der Einzelstudien selbst formuliert.
KompartimentArtDatengrundlageFrühester berichteter HöchstwertGemessene GrösseFolge für die Versuchsdauer
BlutplasmaPferdrandomisierte Studie, 35 Pferde mit Atemwegsentzündung, zwei Monaterund vier WochenDHA-Anteil im Plasmavier Wochen genügen, um den Einbau ins Blut zu belegen
GelenkflüssigkeitPferdFütterungsversuch, 20 Pferde, 90 Tagerund 60 TageDHA- und EPA-haltige MembranfetteVersuche unter zwei Monaten verfehlen das Zielgewebe
LungenoberflächenfilmPferdderselbe Versuch, 20 Pferderund 60 TageDHA- und EPA-haltige Membranfettegleiche Verzögerung wie im Gelenk
GelenkflüssigkeitPferdkontrollierter Versuch, 12 Stuten, 91 Tageerst am Tag 90 gemessenEPA- und DHA-Anteil der GelenkflüssigkeitNachweis gelungen, Entzündungsmarker dennoch unverändert
HautPferdFütterungsversuch, 24 Pferde, 16 WochenWoche 16Fettsäuremuster der HautbiopsieHautumbau ist der langsamste hier erfasste Vorgang
Rote BlutkörperchenMenschInterventionsstudie, 168 Personen, neun Monateüber neun Monate anhaltendEPA, DPA und DHA in der Erythrozytenmembrander Ausgangswert bestimmt den Zuwachs stärker als die Dauer

Grenzen und Unsicherheiten

  • Für das Pferd existiert zu Omega-3 keine Metaanalyse, und für sichtbare Krankheitszeichen liegt in den hier behandelten Bereichen nur eine randomisierte kontrollierte Studie vor; sie betrifft die Atemwege, nicht Gelenke und nicht die Haut.
  • Die equinen Gelenk- und Hautbefunde beruhen auf Ersatzgrössen wie Genausdruck, Fettsäuremuster und Fellbeurteilung und auf Gruppen von 10 bis 30 Tieren; keine dieser Studien war auf Lahmheit oder Juckreiz als Endpunkt ausgelegt.
  • Die grossen Humanstudien unterscheiden sich gleichzeitig in Molekülform, Menge, Vergleichspräparat und Ausgangsrisiko; welcher dieser Unterschiede die gegensätzlichen Ergebnisse erklärt, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht entscheiden.
  • Die beiden hier zitierten Arbeiten zum Omega-3-Index stammen von Autoren, die Laboratorien für genau diese Messung betreiben; die vorgeschlagenen Zielbereiche sind daher nicht unabhängig entstanden.
  • Der Zusammenhang zwischen Omega-3-Index und Herztod stammt aus Beobachtungsstudien und erlaubt keine Ursachenaussage; ein niedriger Index kann eine Begleiterscheinung anderer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sein.
  • Für die Umwandlung von Alpha-Linolensäure beim Pferd gibt es keine Messung mit markierten Fettsäuren; alle Aussagen dazu sind aus Fütterungsversuchen mit gemessenen Blutwerten abgeleitet.

Offene Fragen

  • Wie hoch ist die Umwandlungsrate von Alpha-Linolensäure zu EPA und DHA beim Pferd, gemessen mit markierten Fettsäuren statt aus Fütterungsunterschieden abgeleitet?
  • Gilt der beim Menschen beobachtete Befund, dass der Ausgangswert den Zuwachs stärker bestimmt als die zugeführte Menge, auch beim Pferd?
  • Warum senkten EPA und DHA in equinen Gelenkinnenhautzellen die Entzündungsgene deutlich, im lebenden Gelenk desselben Modells aber kaum: fehlt die Konzentration, die Zeit oder der passende Endpunkt?
  • Lässt sich ein equines Gegenstück zum Omega-3-Index definieren, das mit einem klinischen Ergebnis verknüpft ist und nicht nur die Fütterung abbildet?

Häufige Fragen

Bringt Leinöl dasselbe wie Fischöl?

Für EPA und DHA nicht. Leinöl liefert Alpha-Linolensäure, die der Körper erst umbauen muss, und dieser Umbau hat eine Engstelle: Der EPA-Anteil im Blut steigt messbar, der DHA-Anteil kaum. In einem Versuch an 18 Jährlingen hob Fischöl die EPA- und DHA-Anteile in Plasma und roten Blutkörperchen deutlich stärker an als gemahlener Leinsamen, obwohl beide dieselbe Gesamtmenge Omega-3 lieferten. Für Alpha-Linolensäure selbst gibt es eigene Befunde: Eine Cochrane-Übersicht fand für sie wenig oder keinen Einfluss auf die Sterblichkeit, aber wahrscheinlich etwas weniger Herzrhythmusstörungen. Die beiden Quellen sind also nicht austauschbar, sondern unterschiedlich.

Warum sagt die eine grosse Studie, Omega-3 wirke, und die andere nicht?

Weil die Studien nicht dasselbe geprüft haben. Sie unterscheiden sich gleichzeitig in der Menge, in der Molekülform, im Vergleichspräparat und im Ausgangsrisiko der Teilnehmenden. Die eine deutlich positive Studie verwendete eine hoch dosierte, reine EPA-Zubereitung bei statinbehandelten Personen mit erhöhten Triglyzeriden. Die Studie mit vergleichbarer Menge, aber als Mischung aus EPA und DHA gegen Maisöl, blieb ergebnislos und wurde vorzeitig abgebrochen. Welcher der vier Unterschiede den Ausschlag gab, ist offen. Die zusammenfassende Übersicht über 86 Studien fällt entsprechend zurückhaltend aus.

Was ist der Omega-3-Index, und gibt es ihn auch für Pferde?

Der Omega-3-Index ist der gemeinsame Anteil von EPA und DHA an allen Fettsäuren in der Membran roter Blutkörperchen. Beim Menschen reicht er von 2 bis 20 Prozent; als günstig werden 8 bis 11 Prozent vorgeschlagen, gestützt auf zehn Bevölkerungsstudien mit einem Mittelwert von 6,1 Prozent. Für das Pferd existiert kein etablierter Index. Die Messung wäre technisch möglich und wurde bereits durchgeführt, doch es fehlen ein Referenzbereich und eine Verknüpfung mit einem klinischen Ergebnis. Ein Prozentwert beim Pferd zeigt daher die Fütterung an, nicht ein Risiko.

Hilft Omega-3 einem Pferd mit Arthrose?

Die Datenlage stützt das derzeit nicht. In Zellversuchen mit Gelenkinnenhaut vom Pferd senkten EPA und DHA sowie die daraus entstehenden Auflösungsmediatoren die Aktivität mehrerer Knorpelabbau- und Entzündungsgene deutlich. Im lebenden Pferd fiel das Ergebnis schwächer aus: Nach 91 Tagen Fütterung waren EPA und DHA in der Gelenkflüssigkeit nachweisbar, doch Prostaglandin E2 und die Enzymaktivität in der Gelenkflüssigkeit änderten sich nicht. Eine Studie, die Lahmheit als Endpunkt gemessen hätte, ist in der Fachliteratur nicht auffindbar. Beurteilung und Vorgehen bei Gelenkbeschwerden gehören in tierärztliche Hand.

Kann zu viel Omega-3 schaden?

Beim Menschen gibt es ein dokumentiertes Signal. Eine Auswertung von sieben Studien mit 81'210 Teilnehmenden fand unter marinen Omega-3-Präparaten mehr Vorhofflimmern, mit deutlicherem Zusammenhang in Studien mit höheren geprüften Mengen. In der Studie mit reiner, hoch dosierter EPA-Zubereitung wurden zudem mehr Krankenhausaufenthalte wegen Vorhofflimmerns verzeichnet sowie zahlenmässig etwas mehr schwere Blutungen, letztere ohne gesicherten Unterschied; in der Studie mit hoch dosierter EPA-DHA-Mischung traten deutlich mehr Magen-Darm-Beschwerden auf. Für das Pferd fehlen vergleichbare Sicherheitsdaten vollständig. Dies ist keine Behandlungsaussage.

Wie lange dauert es, bis sich eine Fütterungsumstellung im Körper zeigt?

Länger, als die meisten Versuche laufen. Beim Pferd erreichte der DHA-Anteil im Blutplasma sein Maximum nach rund vier Wochen, der Einbau in die Membranfette von Gelenkflüssigkeit und Lungenoberflächenfilm dagegen erst nach rund 60 Tagen, und das Fettsäuremuster der Haut veränderte sich über 16 Wochen hinweg weiter. Wer nach zwei oder drei Wochen misst, misst deshalb das Blut und nicht das Zielgewebe. Kurze Versuche können aus diesem Grund einen vorhandenen Effekt verfehlen.

Quellen

  1. Abdelhamid AS, Brown TJ, Brainard JS, Biswas P, Thorpe GC, Moore HJ, Deane KHO, Summerbell CD, Worthington HV, Song F, Hooper L. Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2020 (Systematische Übersichtsarbeit | Mensch)DOI 10.1002/14651858.CD003177.pub5
    Auswertung von 86 randomisierten Studien mit 162'796 Teilnehmenden: Langkettige Omega-3-Fettsäuren haben wenig bis keinen Einfluss auf Gesamtsterblichkeit und Herz-Kreislauf-Ereignisse (hohe Verlässlichkeit), senken Herzkranzgefässereignisse möglicherweise leicht (ein vermiedenes Ereignis auf 167 Behandelte) und die Sterblichkeit an Herzkranzgefässerkrankung möglicherweise leicht (eines auf 334 Behandelte), beides mit niedriger Verlässlichkeit; die Triglyzeride sinken mengenabhängig um rund 15 Prozent (hohe Verlässlichkeit).
  2. Manson JE, Cook NR, Lee IM, Christen W, Bassuk SS, Mora S, Gibson H, Albert CM, Gordon D, Copeland T, D'Agostino D, Friedenberg G, Ridge C, Bubes V, Giovannucci EL, Willett WC, Buring JE. Marine n-3 Fatty Acids and Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer. The New England Journal of Medicine, 2019 (Randomisierte Studie | Mensch)DOI 10.1056/NEJMoa1811403
    VITAL: 25'871 Personen, ein Gramm Fischöl täglich gegen Scheinpräparat, mediane Beobachtungszeit 5,3 Jahre; schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse bei 386 gegenüber 419 Personen und invasiver Krebs bei 820 gegenüber 797 Personen, beides ohne statistische Sicherheit; Herzinfarkt allein war als nachrangiger Endpunkt seltener.
  3. Bhatt DL, Steg PG, Miller M, Brinton EA, Jacobson TA, Ketchum SB, Doyle RT, Juliano RA, Jiao L, Granowitz C, Tardif JC, Ballantyne CM. Cardiovascular Risk Reduction with Icosapent Ethyl for Hypertriglyceridemia. The New England Journal of Medicine, 2019 (Randomisierte Studie | Mensch)DOI 10.1056/NEJMoa1812792
    REDUCE-IT: 8'179 statinbehandelte Personen mit erhöhten Triglyzeriden erhielten hoch dosierten, hoch gereinigten EPA-Ethylester oder Scheinpräparat über median 4,9 Jahre; der kombinierte Endpunkt trat bei 17,2 gegenüber 22,0 Prozent auf, gleichzeitig gab es mehr Krankenhausaufenthalte wegen Vorhofflimmerns (3,1 gegenüber 2,1 Prozent).
  4. Bowman L, Mafham M, Wallendszus K, Stevens W, Buck G, Barton J, Murphy K, Aung T, Haynes R, Cox J, Murawska A, Young A, Lay M, Chen F, Sammons E, Waters E, Adler A, Bodansky J, Farmer A, McPherson R, Neil A, Simpson D, Peto R, Baigent C, Collins R, Parish S, Armitage J. Effects of n-3 Fatty Acid Supplements in Diabetes Mellitus. The New England Journal of Medicine, 2018 (Randomisierte Studie | Mensch)DOI 10.1056/NEJMoa1804989
    ASCEND: 15'480 Personen mit Diabetes ohne bekannte Gefässerkrankung erhielten über durchschnittlich 7,4 Jahre täglich ein Gramm Omega-3-Fettsäuren oder Olivenöl; schwere Gefässereignisse traten bei 8,9 gegenüber 9,2 Prozent auf, ohne Unterschied auch bei Revaskularisation und Gesamtsterblichkeit.
  5. Nicholls SJ, Lincoff AM, Garcia M, Bash D, Ballantyne CM, Barter PJ, Davidson MH, Kastelein JJP, Koenig W, McGuire DK, Mozaffarian D, Ridker PM, Ray KK, Katona BG, Himmelmann A, Loss LE, Rensfeldt M, Lundström T, Agrawal R, Menon V, Wolski K, Nissen SE. Effect of High-Dose Omega-3 Fatty Acids vs Corn Oil on Major Adverse Cardiovascular Events in Patients at High Cardiovascular Risk: The STRENGTH Randomized Clinical Trial. JAMA, 2020 (Randomisierte Studie | Mensch)DOI 10.1001/jama.2020.22258
    STRENGTH: 13'078 statinbehandelte Personen mit hohem Risiko erhielten eine hoch dosierte EPA-DHA-Carbonsäure oder Maisöl; die Studie wurde wegen geringer Erfolgsaussicht vorzeitig gestoppt, der Hauptendpunkt trat bei 12,0 gegenüber 12,2 Prozent auf, Magen-Darm-Nebenwirkungen bei 24,7 gegenüber 14,7 Prozent.
  6. Gencer B, Djousse L, Al-Ramady OT, Cook NR, Manson JE, Albert CM. Effect of Long-Term Marine ω-3 Fatty Acids Supplementation on the Risk of Atrial Fibrillation in Randomized Controlled Trials of Cardiovascular Outcomes: A Systematic Review and Meta-Analysis. Circulation, 2021 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.121.055654
    Auswertung von sieben Studien mit 81'210 Teilnehmenden und durchschnittlich 4,9 Jahren Beobachtung: Marine Omega-3-Präparate gingen mit mehr Vorhofflimmern einher, deutlicher in Studien mit mehr als einem Gramm täglich als in Studien mit einem Gramm oder weniger; das Risiko stieg mit jedem zusätzlichen Gramm.
  7. Yan J, Liu M, Yang D, Zhang Y, An F. Efficacy and Safety of Omega-3 Fatty Acids in the Prevention of Cardiovascular Disease: A Systematic Review and Meta-analysis. Cardiovascular Drugs and Therapy, 2024 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1007/s10557-022-07379-z
    Auswertung von 15 randomisierten Studien: Omega-3 senkte schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, Herzinfarkt und kardiovaskulären Tod jeweils leicht, erhöhte zugleich das Vorhofflimmern, und der Nutzen war fast vollständig den verschreibungspflichtigen EPA-Ethylester-Zubereitungen zuzuschreiben.
  8. Harris WS, Del Gobbo L, Tintle NL. The Omega-3 Index and relative risk for coronary heart disease mortality: Estimation from 10 cohort studies. Atherosclerosis, 2017 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1016/j.atherosclerosis.2017.05.007
    Nachrechnung aus einer bereits veröffentlichten Metaanalyse von Kohortenstudien, ausgewertet für zehn Kohorten: Der mittlere Omega-3-Index lag bei 6,1 Prozent, ein um eine Standardabweichung höherer Index war mit rund 15 Prozent niedrigerer Sterblichkeit an Herzkranzgefässerkrankung assoziiert; die Autorenschaft schätzt beim Wechsel von 4 auf 8 Prozent eine um rund 30 Prozent niedrigere Sterblichkeit an dieser Erkrankung und schlägt Marken von unter 4 und über 8 Prozent vor. Die Datengrundlage ist durchgehend beobachtend und erlaubt keine Ursachenaussage.
  9. von Schacky C. Importance of EPA and DHA Blood Levels in Brain Structure and Function. Nutrients, 2021 (Andere | Mensch)DOI 10.3390/nu13041074
    Übersichtsarbeit: Der Omega-3-Index misst EPA und DHA als Prozentanteil der Fettsäuren in der Erythrozytenmembran, liegt beim Menschen zwischen 2 und 20 Prozent mit einem vorgeschlagenen Optimum von 8 bis 11 Prozent; der Autor argumentiert, dass Studien ohne Erhebung des Ausgangswerts viele neutrale Ergebnisse produzieren, und betreibt zugleich ein Labor für diese Messung.
  10. Burdge GC, Calder PC. Conversion of alpha-linolenic acid to longer-chain polyunsaturated fatty acids in human adults. Reproduction, Nutrition, Development, 2005 (Andere | Mensch)DOI 10.1051/rnd:2005047
    Grundlagenübersicht zu Isotopenstudien: Mehr Alpha-Linolensäure hebt EPA in Plasma, Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Muttermilch an, DHA dagegen nicht und bei hoher Zufuhr teils sinkend; der Umbau zu EPA ist bei Männern begrenzt, der Schritt zu DHA sehr gering, bei Frauen fällt die Umwandlung höher aus.
  11. Klein L, Kipp K, Lorkowski S, Eichelmann F, Dawczynski C. Impact of α-linolenic acid supplementation on long-chain n-3 fatty acid profiles in Western, flexitarian, vegetarian, and vegan diets. Frontiers in Nutrition, 2025 (Andere | Mensch)DOI 10.3389/fnut.2025.1727308
    Nicht randomisierte Interventionsstudie mit 168 Personen in vier Ernährungsmustern und neun Monaten Leinölzulage zu optimierten Menüplänen: EPA stieg in den Erythrozyten um 27 bis 41 Prozent und DHA um 13 bis 26 Prozent in allen Gruppen; Geschlecht, Alter und Körpergewicht beeinflussten die Umwandlung nicht, wohl aber der EPA-Ausgangswert (plus 63 gegenüber plus 13 Prozent). Alle Gruppen erhielten Leinöl, eine unsupplementierte Kontrollgruppe fehlte.
  12. Takic M, Pokimica B, Petrovic-Oggiano G, Popovic T. Effects of Dietary α-Linolenic Acid Treatment and the Efficiency of Its Conversion to Eicosapentaenoic and Docosahexaenoic Acids in Obesity and Related Diseases. Molecules, 2022 (Andere | Mensch)DOI 10.3390/molecules27144471
    Übersichtsarbeit: Zulagen von Alpha-Linolensäure oder ALA-reichen Ölen heben in der Regel den EPA-Spiegel an, verändern DHA und den Omega-3-Index jedoch nicht; die Autorenschaft folgert, dass bei Adipositas EPA und DHA selbst zugeführt werden müssten, um den Index zu bewegen.
  13. Okereke OI, Vyas CM, Mischoulon D, Chang G, Cook NR, Weinberg A, Bubes V, Copeland T, Friedenberg G, Lee IM, Buring JE, Reynolds CF, Manson JE. Effect of Long-term Supplementation With Marine Omega-3 Fatty Acids vs Placebo on Risk of Depression or Clinically Relevant Depressive Symptoms and on Change in Mood Scores: A Randomized Clinical Trial. JAMA, 2021 (Randomisierte Studie | Mensch)DOI 10.1001/jama.2021.21187
    VITAL-DEP: 18'353 Erwachsene ab 50 Jahren ohne relevante depressive Symptome zu Beginn; unter Omega-3 traten 651 gegenüber 583 Ereignisse auf, also etwas mehr Depressionen oder klinisch relevante depressive Symptome, bei unveränderten Stimmungswerten; die Befunde stützen einen vorbeugenden Einsatz nicht.
  14. Brainard JS, Jimoh OF, Deane KHO, Biswas P, Donaldson D, Maas K, Abdelhamid AS, Hooper L. Omega-3, Omega-6, and Polyunsaturated Fat for Cognition: Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Trials. Journal of the American Medical Directors Association, 2020 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1016/j.jamda.2020.02.022
    Auswertung von 38 randomisierten Studien mit 49'757 Teilnehmenden: Langkettige Omega-3-Fettsäuren haben wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss auf neu auftretende neurokognitive Erkrankungen, auf neu festgestellte kognitive Beeinträchtigung und auf die globale kognitive Leistung.
  15. Nogradi N, Couetil LL, Messick J, Stochelski MA, Burgess JR. Omega-3 fatty acid supplementation provides an additional benefit to a low-dust diet in the management of horses with chronic lower airway inflammatory disease. Journal of Veterinary Internal Medicine, 2015 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jvim.12488
    Randomisierte kontrollierte Studie an 35 Pferden in Privatbesitz mit wiederkehrender Atemwegsobstruktion oder entzündlicher Atemwegserkrankung, alle bei staubarmer heufreier Fütterung: In der Omega-3-Gruppe besserte sich der Hustenscore um 60 gegenüber 33 Prozent, die Atemanstrengung sank um 48 gegenüber 27 Prozent, und die neutrophilen Zellen in der Lungenspülung fielen von 23 auf 9 Prozent gegenüber einem Anstieg von 11 auf 17 Prozent; das Plasma-DHA erreichte sein Maximum nach vier Wochen.
  16. Ross-Jones TN, McIlwraith CW, Kisiday JD, Hess TM, Hansen DK, Black J. Influence of an n-3 long-chain polyunsaturated fatty acid-enriched diet on experimentally induced synovitis in horses. Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition, 2016 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1111/jpn.12359
    Zwölf Stuten wurden über 91 Tage einer Kontroll- oder einer mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren angereicherten Ration zugelost, anschliessend wurde eine Gelenkentzündung ausgelöst: EPA und DHA stiegen in Serumphospholipiden und Gelenkflüssigkeit, doch Prostaglandin E2 und Matrix-Metalloproteinase-Aktivität in der Gelenkflüssigkeit blieben unverändert; nur die Aktivität des Knorpelabbau-Gens ADAMTS-4 in der Gelenkinnenhaut war niedriger.
  17. Caron JP, Gandy JC, Brown JL, Sordillo LM. Omega-3 fatty acids and docosahexaenoic acid oxymetabolites modulate the inflammatory response of equine recombinant interleukin1β-stimulated equine synoviocytes. Prostaglandins & Other Lipid Mediators, 2019 (Zellversuch | Pferd)DOI 10.1016/j.prostaglandins.2019.02.007
    Zellversuch mit Gelenkinnenhautzellen vom Pferd: Eine Vorbehandlung mit EPA oder DHA vor dem Entzündungsreiz senkte die Aktivität von ADAMTS4, MMP-1, MMP-13, Interleukin-1 beta, Interleukin-6 und Cyclooxygenase 2; die isolierten Auflösungsmediatoren Resolvin D1 und D2, Maresin 1 und Protectin DX bewirkten dasselbe.
  18. Christmann U, Hancock CL, Poole CM, Emery AL, Poovey JR, Hagg C, Mattson EA, Scarborough JJ, Christopher JS, Dixon AT, Craney DJ, Wood PL. Dynamics of DHA and EPA supplementation: incorporation into equine plasma, synovial fluid, and surfactant glycerophosphocholines. Metabolomics, 2021 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1007/s11306-021-01792-5
    Zwanzig Pferde, zufällig der Zulage- oder der Kontrollgruppe zugeteilt, Messungen an den Tagen 0, 30, 60 und 90: DHA und EPA erschienen in den Membranfetten von Plasma, Gelenkflüssigkeit und Lungenoberflächenfilm, der maximale Einbau trat jedoch erst nach 60 Tagen ein.
  19. Richards T, Burron S, McCorkell TC, Trevizan L, Patterson K, Minikhiem D, Ma DWL, Pearson W, Shoveller AK. Effects of dietary camelina, flaxseed, and canola oil supplementation on transepidermal water loss, skin and coat health parameters, and plasma prostaglandin E2, glycosaminoglycan, and nitric oxide concentrations in healthy adult horses. Journal of Animal Science, 2023 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1093/jas/skad373
    Dreissig erwachsene Pferde erhielten über 16 Wochen Leindotter-, Raps- oder Leinöl: Fellfarbe und Fellqualität besserten sich unabhängig von der Ölsorte gegenüber dem Ausgangswert, während transepidermaler Wasserverlust sowie Prostaglandin E2, Stickstoffmonoxid und Glykosaminoglykane im Plasma sich zwischen den Ölen nicht unterschieden; eine Gruppe ohne Öl fehlte.
  20. Hartwig S, Burron S, Richards T, Rankovic A, Ma DWL, Pearson W, Ellis J, Trevizan L, Seymour DJ, Shoveller AK. The effect of dietary camelina, flaxseed, and canola oil supplementation on skin fatty acid profile and immune and inflammatory responses in healthy adult horses. Journal of Animal Science, 2025 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1093/jas/skaf025
    Vierundzwanzig erwachsene Pferde über 16 Wochen: Der Omega-3-Anteil der Hautbiopsien stieg und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 sank im Zeitverlauf, doch Antikörperbildung und verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion nach gezielter Immunisierung unterschieden sich zwischen Leindotter-, Lein- und Rapsöl nicht.
  21. Vineyard KR, Warren LK, Kivipelto J. Effect of dietary omega-3 fatty acid source on plasma and red blood cell membrane composition and immune function in yearling horses. Journal of Animal Science, 2010 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.2527/jas.2009-2253
    Achtzehn Jährlinge wurden über 70 Tage Fischöl, gemahlenem Leinsamen oder keiner Zulage zugelost, bei gleicher Gesamtmenge Omega-3: Fischöl hob EPA, DHA und die Summe der Omega-3-Fettsäuren in Plasma und Erythrozyten stärker an als Leinsamen; beide Zulagegruppen zeigten nach Injektion von Phytohämagglutinin in die Haut eine ausgeprägtere frühe Schwellung als die Kontrollgruppe.
  22. Hess T, Braun S, Herkelman K. The Effects of Various Levels of Docosahexaenoic Acid on Inflammatory Markers in Conditioned Horses During Lactate Threshold Tests. Journal of Equine Veterinary Science, 2019 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.jevs.2018.10.005
    Zwanzig Poloponys erhielten über 60 Tage keine oder eine von drei Stufen DHA und absolvierten Laktatschwellentests: Der DHA-Gehalt im Plasma stieg stufenabhängig, doch nur die niedrigste Stufe moderierte die Entzündungsantwort nach der Belastung; die Autorenschaft vermutet als Ursache den in den höheren Stufen niedrigsten Vitamin-E-Gehalt.
  23. Elzinga SE, Betancourt A, Stewart JC, Altman MH, Barker VD, Muholland M, Bailey S, Brennan KM, Adams AA. Effects of Docosahexaenoic Acid-Rich Microalgae Supplementation on Metabolic and Inflammatory Parameters in Horses With Equine Metabolic Syndrome. Journal of Equine Veterinary Science, 2019 (Kontrollierte Studie | Pferd)DOI 10.1016/j.jevs.2019.102811
    Pilotstudie an zehn Pferden mit equinem metabolischem Syndrom über 46 Tage: Die Zulagegruppe hatte niedrigere Serumtriglyzeride und einen Trend zu weniger Tumornekrosefaktor alpha; die Insulinantwort auf einen oralen Zuckertest stieg in der Kontrollgruppe an, in der Zulagegruppe nicht, bei sehr kleiner Tierzahl.
  24. Burron S, Richards T, Krebs G, Trevizan L, Rankovic A, Hartwig S, Pearson W, Ma DWL, Shoveller AK. The balance of n-6 and n-3 fatty acids in canine, feline, and equine nutrition: exploring sources and the significance of alpha-linolenic acid. Journal of Animal Science, 2024 (Andere | Mehrere Arten)DOI 10.1093/jas/skae143
    Übersichtsarbeit zu Hund, Katze und Pferd: Die Fettzufuhr hat sich zu omega-6-reichen Pflanzenölen verschoben, weshalb Omega-3-Zulagen diskutiert werden; Leindotter- und Leinöl werden als nachhaltigere Alpha-Linolensäure-Quellen gegenüber Fischöl dargestellt, wobei Alpha-Linolensäure auch unabhängig von ihrer Umwandlung Wirkungen haben könnte.

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