Glossar
Selektionsbias.
Kurzantwort
Selektionsbias bezeichnet eine Verzerrung, die entsteht, wenn die untersuchten Fälle systematisch anders zusammengesetzt sind als jene, über die eine Aussage gemacht werden soll. Sie entsteht bei der Auswahl, bei der Gruppenzuteilung oder durch ungleiches Ausscheiden während der Studie und verschiebt das Ergebnis in eine bestimmte Richtung.
Selektionsbias lässt sich nicht durch mehr Fälle beheben: Eine grosse, schief gezogene Stichprobe liefert nur einen präzisen falschen Wert. Aufschlussreich ist stets, wer nicht in der Studie erscheint, etwa abgelehnte, vorzeitig ausgeschiedene oder nicht mehr auffindbare Fälle. Diese Lücke wird in Publikationen häufiger verschwiegen, als sie erklärt wird.
In der Pferdeforschung stammen viele Daten aus Universitätskliniken und von Sportpferden mit hohem Wert. Diese Population wird enger überwacht und anders betreut als das durchschnittliche Freizeitpferd. In der Humanmedizin entsteht dieselbe Schieflage über Freiwillige, die im Schnitt gesünder und motivierter sind als die Allgemeinbevölkerung.
Der Evidenzbrief
Einmal im Monat: neue Synthesen, geprüfte Studien und was sich an der Beweislage geändert hat.