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Bindegewebe, Sehnen und Umbau: warum reifes Sehnengewebe kaum erneuert wird

Der Achillessehnenkern entsteht im Wachstum und wird danach laut Radiokarbon-Daten kaum erneuert: was das für Heilung, Narbe und die Pferdesehne bedeutet.

Redaktion ForschungPferd Redaktion
Fachliche GegenlesungPosition noch nicht besetzt, offen ausgewiesen.

9 Min. Lesezeit Zuletzt fachlich geprüft Freier Zugang

Aufgeschnittener türkiser Faserstrang als 3D-Modell, weiss umhüllte Bündel im Querschnitt, links ein herausgelöstes Bündel feiner türkiser und roter Fäden.

Zusammenfassung

Sehnen bestehen zu einem grossen Teil aus Kollagen Typ I. Radiokarbon-Messungen deuten darauf hin, dass der Kern der menschlichen Achillessehne im Wesentlichen während des Längenwachstums entsteht und danach kaum noch erneuert wird. Die oberflächliche Beugesehne des Pferdes gilt als funktionell vergleichbare Speichersehne. Beide heilen über Reparaturgewebe statt über echten Neuaufbau: In Pferdesehnennarbe wurde vermehrt Kollagen Typ III gemessen. Das ist mit den hohen Wiederverletzungsraten in beiden Arten vereinbar.

26Primärquellen
50 %davon Stufe 1 bis 2
4untersuchte Arten
1980–2026Publikationsjahre

Das Wesentliche

  • Kohlenstoff-14-Messungen an 28 menschlichen Achillessehnen deuten darauf hin, dass der Sehnenkern in den ersten rund 17 Lebensjahren gebildet und danach im Wesentlichen nicht mehr ersetzt wird; Skelettmuskel aus denselben Körpern zeigte laufenden Umsatz.
  • In einer Auswertung von 10'262 japanischen Vollblütern betraf die Sehnenentzündung der Vordergliedmasse 11,1 Prozent der Pferde; an der Hintergliedmasse kam sie praktisch nicht vor.
  • Untersuchtes Narbengewebe von Pferdesehnen enthielt 20 bis 30 Prozent Kollagen Typ III, normales Sehnengewebe fast ausschliesslich Typ I: Heilung ersetzt das Gewebe nicht, sie flickt es.
  • Belastung verändert die Sehne messbar, ohne ihren Kern auszutauschen: über 27 Interventionsstudien mit 264 Erwachsenen stieg vor allem die Steifigkeit, und die Belastungshöhe war wichtiger als die Übungsform.
  • Der geteilte Mechanismus ist gut abgestützt, die klinische Übertragung nicht: Behandlungsergebnisse beim Pferd sind kein Beleg für den Menschen und umgekehrt.

Woraus eine Sehne besteht und was sie von anderem Bindegewebe unterscheidet

Sehnen sind auf Zug gebautes Bindegewebe. Ihr Trockengewicht besteht überwiegend aus Kollagen Typ I, das sich von Fibrillen über Fasern zu Faszikeln bündelt, den grössten Untereinheiten einer Sehne. Zwischen diesen Faszikeln liegt die interfaszikuläre Matrix: eine weichere Schicht, die in untersuchten Pferdesehnen reich an Elastin ist. Mechanische Prüfungen an entnommenen Pferdesehnen zeigten, dass nicht die Faszikel selbst, sondern gerade diese Zwischenschicht darüber entscheidet, wie weit sich eine Sehne dehnen und wie vollständig sie zurückfedern kann.

Was unterscheidet eine Speichersehne von einer Positionssehne?

Eine Positionssehne überträgt Kraft und stellt ein Gelenk ein. Eine Speichersehne tut dasselbe, nimmt beim Auffussen zusätzlich elastische Energie auf und gibt sie beim Abstossen zurück. Das senkt die Energiekosten der Fortbewegung, verlangt aber Dehnungen nahe an der Bruchlast. Die Achillessehne des Menschen und die oberflächliche Beugesehne des Pferdes gehören beide zur zweiten Gruppe: gleiche Aufgabe, gleicher schmaler Sicherheitsabstand.

In einem direkten Vergleich zweier Pferdesehnen mit unterschiedlicher Aufgabe war die Speichersehne trotz höherer Zelldichte diejenige mit den niedrigeren Werten für Kollagen-Bauanweisungen und für Abbaumarker. Die reine Positionssehne desselben Beins baute ihre Matrix erkennbar schneller um. Die Autorinnen und Autoren halten es für möglich, dass gerade der gebremste Umbau in der Speichersehne die Ansammlung von Schäden begünstigt: das Gewebe, das am stärksten beansprucht wird, erneuert sich am wenigsten.

Die Atombomben-Uhr: wie oft eine reife Sehne wirklich erneuert wird

Wie schnell Sehnengewebe umgesetzt wird, war lange offen. Die publizierten Schätzungen für die Halbwertszeit des Sehnenproteins reichten von zwei Monaten bis zu zweihundert Jahren, ein Unterschied um mehr als das Tausendfache. Eine Kopenhagener Arbeitsgruppe löste die Frage mit einem Umweg: Die oberirdischen Kernwaffentests zwischen 1955 und 1963 hoben den Kohlenstoff-14-Gehalt der Atmosphäre stark an. Gewebe, das damals gebildet wurde, trägt die Signatur seines Baujahrs.

In 28 rechtsmedizinischen Proben menschlicher Achillessehnen entsprach der gemessene Kohlenstoff-14-Gehalt den atmosphärischen Werten mehrerer Jahrzehnte vor der Probenentnahme. Rechnerisch bildet sich der Sehnenkern in den ersten rund 17 Lebensjahren, also während des Längenwachstums, und wird danach im Wesentlichen nicht mehr ersetzt. Vier Skelettmuskelproben aus denselben Körpern zeigten im Gegensatz dazu einen laufenden Umsatz. Der Befund erklärt nach Einschätzung der Arbeitsgruppe wahrscheinlich, warum Sehnen so schlecht regenerieren.

Heisst das, Training verändert die Sehne gar nicht?

Nein. Eine Zusammenfassung von 27 Interventionsstudien mit insgesamt 264 gesunden Erwachsenen fand nach mindestens acht Wochen erhöhter Belastung deutliche Zunahmen der Sehnensteifigkeit und kleinere Zunahmen der Querschnittsfläche. Entscheidend war die Höhe der Belastung, nicht die Art der Muskelkontraktion. Eine breitere Auswertung von 61 Arbeiten mit 763 Personen kam zum gleichen Ergebnis und zeigte zusätzlich, dass die Zunahme der Steifigkeit vor allem auf veränderte Materialeigenschaften zurückgeht und nur zu einem kleinen Teil auf eine dickere Sehne. Kernumbau und messbare Anpassung sind also zwei verschiedene Vorgänge: Die Sehne wird steifer und etwas dicker, ohne dass ihr tragendes Grundgerüst ausgetauscht würde.

Dieselbe Gruppe verglich später kranke und gesunde Sehnen. In 25 tendinopathischen Achillessehnen war ein erheblicher Teil des Kollagens im Erwachsenenalter erneuert worden, in 10 gesunden Sehnen nicht. Die Modellrechnung deutete darauf hin, dass rund die Hälfte des Kollagens der kranken Sehne bereits Jahre vor den ersten Beschwerden langsam ausgetauscht worden war. Ob dieser erhöhte Austausch eine sehr frühe Krankheitsphase ist oder ein vorbestehender Risikofaktor, ist mit diesen Daten nicht zu entscheiden.

Das Pferd als Modell: oberflächliche Beugesehne und Achillessehne

In der vergleichenden Forschung gilt die Verletzung der oberflächlichen Beugesehne beim Sportpferd als eines der am besten abgestützten Tiermodelle einer menschlichen Erkrankung, nämlich der belastungsbedingten Achillessehnenverletzung. Eine Übersichtsarbeit von 2014 hält fest, dass für diese Funktion kein gleichwertiges Nager- oder Kaninchenmodell existiert. Der Grund ist einfach: Nur wenige Arten bewegen sich mit einer Sehne fort, die im Galopp nahe an ihrer Materialgrenze arbeitet.

Die Häufigkeit ist beachtlich. In einer Auswertung von 10'262 japanischen Vollblütern eines einzigen Jahrgangs betraf die Sehnenentzündung der Vordergliedmasse 11,1 Prozent der Pferde, während dieselbe Verletzung an der Hintergliedmasse mit sechs Fällen praktisch nicht vorkam. Eine britische Ultraschallreihe an 263 Hindernispferden fand über zwei Saisons bei 24 Prozent der Tiere Veränderungen der Sehne, mit Unterschieden zwischen den Trainingsställen von 10 bis 40 Prozent, die die Autorinnen und Autoren allerdings nicht als gesichert einstuften.

Warum trifft es fast immer dieselbe Sehne?

Weil Funktion, Belastung und Alter zusammenfallen. Die Speichersehne der Vordergliedmasse trägt im Galopp den grössten Teil der Last, ihr Umbau ist langsam, und mit den Jahren summiert sich der Schaden. In der japanischen Auswertung waren drei- und mehrjährige Pferde deutlich stärker betroffen als zweijährige. Bemerkenswert ist auch, was nicht funktionierte: Routine-Ultraschall im Abstand von drei Monaten sagte den akuten Riss in der britischen Reihe nicht voraus.

Die interfaszikuläre Matrix: wo eine Speichersehne ihre Dehnbarkeit hernimmt

Zieht man Faszikel aus einer Speichersehne und aus einer Positionssehne desselben Pferdebeins, unterscheiden sich die Faszikel selbst kaum. Der Unterschied liegt dazwischen. Die interfaszikuläre Matrix der Speichersehne lässt mehr Gleiten zwischen benachbarten Faszikeln zu und federt elastischer zurück, sie erholt sich also nach wiederholter Belastung besser. Mit zunehmendem Alter wurde diese Schicht in der Speichersehne steifer und ertrug Belastungszyklen schlechter, während die Faszikel weitgehend unverändert blieben.

Ein wesentlicher Grund dafür ist Elastin. Biochemische und immunhistologische Untersuchungen lokalisierten Elastin gezielt in der interfaszikulären Matrix der Speichersehne; mit dem Alter nahm die Menge ab und die Anordnung wurde unregelmässiger. In einem weiteren Versuch an entnommenen Pferdesehnen senkte der gezielte enzymatische Abbau von Elastin die Erholungsfähigkeit und die Ermüdungsfestigkeit genau dieser Schicht, ohne die Mechanik der Faszikel messbar zu verändern.

Heilung heisst Narbe, nicht Neubau

Bereits 1980 zeigte eine Untersuchung an teilweise gerissenen Pferdesehnen den entscheidenden Unterschied: Normales Sehnengewebe besteht fast ausschliesslich aus Kollagen Typ I, das Narbengewebe enthielt zusätzlich 20 bis 30 Prozent Kollagen Typ III. Typ III bildet dünnere und weniger belastbare Fibrillen. Die Reparaturzellen glichen zudem eher Myofibroblasten als Sehnenzellen, was darauf hindeutet, dass sie nicht aus der Sehne selbst stammen, sondern aus dem umgebenden Gewebe eingewandert sind.

Neuere Arbeiten stützen dieses Bild. In einem Versuch an isolierten Sehnenfaszikeln aus Rattenschwänzen verschlechterte bereits eine einmalige Dehnung über zwei Prozent die Materialeigenschaften, während strukturell sichtbare Kollagenschäden erst ab sechs Prozent auftraten. Über mehrere Tage in Kultur reparierte der Sehnenkern diese Schäden praktisch nicht. Die Autoren folgern, dass die ansässigen Zellen vor allem abbauen und Signale nach aussen senden, statt selbst neu aufzubauen.

Warum reisst eine geheilte Sehne so oft erneut?

Weil das Reparaturgewebe strukturell und mechanisch nicht dem Ausgangsgewebe entspricht. Eine Übersichtsarbeit von 2022 beschreibt die typischen Fehlläufe: eine Entzündung, die nicht rechtzeitig abklingt, eine übermässige Gefässeinsprossung und ein unreifes Gewebe, das die nötige mechanische Kompetenz nie erreicht. Ohne angepasste mechanische Reize bleibt die Faserausrichtung ungeordnet, und die Quervernetzung, die einer Sehne ihre Steifigkeit gibt, entsteht nur unvollständig.

Was die Behandlungsdaten zeigen, Pferd und Mensch nebeneinander

Beim Pferd wurde die Implantation körpereigener Knochenmarkzellen in die verletzte Sehne über Jahre verfolgt. In einer Nachbeobachtung von 113 Rennpferden über mindestens zwei Jahre nach Rückkehr in die volle Arbeit lag die Wiederverletzungsrate bei 27,4 Prozent, bei den Hindernispferden bei 25,7 Prozent. Das war tiefer als in zuvor publizierten Vergleichsgruppen, allerdings ohne gleichzeitige Kontrollgruppe. Eine kleine randomisierte Studie an 12 Pferden mit karrierebeendender Verletzung fand nach sechs Monaten eine besser geordnete Faserstruktur der behandelten Sehnen.

Eine systematische Auswertung von 2024 fasste 21 Studien zu Zell- und Plasmabehandlungen beim Pferd zusammen. Zellbehandlungen erhöhten die Rückkehr zur Leistung nicht, senkten aber das Wiederverletzungsrisiko. Die Autorinnen und Autoren betonen ausdrücklich die schwache Studienqualität. Eine vergleichende Übersicht über 123 Arbeiten zu plättchenreichem Plasma bei Pferd und Mensch fand positive Effekte überwiegend in Studien mit hohem Verzerrungsrisiko und ausbleibende Effekte eher in methodisch besseren.

Beim Menschen ist die Datenlage grösser, aber nicht befriedigender. Eine Zusammenfassung von 33 Studien mit knapp 36'000 Personen ergab nach akutem Achillessehnenriss weniger erneute Risse und häufigere Rückkehr zum Sport nach Operation, dafür mehr Infektionen und mehr Nervenschäden. Eine Auswertung von 14 randomisierten Studien mit 1'628 Teilnehmenden zeigte ein ähnliches Muster: weniger erneute Risse nach Operation, dafür mehr Komplikationen nach dem offenen Verfahren. Plättchenreiches Plasma veränderte die Ergebnisse in keinem der beiden Behandlungswege.

Bei der schmerzhaften, nicht gerissenen Sehne trägt die Belastung selbst. Eine randomisierte Studie an 58 Personen mit chronischen Achillessehnenbeschwerden verglich exzentrisches Training mit schwerem langsamem Krafttraining: Beide verbesserten Funktion und Schmerz deutlich, der Effekt hielt nach 52 Wochen an, und ein Unterschied zwischen den Verfahren zeigte sich nicht. Eine Auswertung von 21 randomisierten Studien mit 994 Personen stützt dieses Bild: Gegenüber anderen Trainingsformen war exzentrisches Training gleichwertig. Für Stosswellen fand eine Übersichtsarbeit an der Achillessehne dagegen nur geringe und uneinheitliche Effekte, und eine Netzwerkauswertung nicht-chirurgischer Verfahren konnte keine beste Option benennen.

Konvergenz und Divergenz: was übertragbar ist und was nicht

Übertragbar ist der Mechanismus. Beide Sehnen speichern elastische Energie, beide besitzen einen sehr langsam umgebauten Kern, beide heilen über Narbengewebe, in beiden steigt das Risiko mit dem Alter, und in beiden liegt ein Teil der Spezialisierung in der Matrix zwischen den Faszikeln. Dieses Muster ist in unabhängigen Messverfahren und über mehrere Arten hinweg konsistent, was eine gemeinsame Biologie deutlich wahrscheinlicher macht als einen Zufall.

Nicht übertragbar ist die Klinik als Ganzes. Die Übersichtsarbeit von 2014 hält ausdrücklich fest, dass die Pferdesehne ein Modell für den akuten Riss bei Sportlerinnen und Sportlern ist, nicht für das gesamte Spektrum menschlicher Sehnenbeschwerden und insbesondere nicht für den chronischen Sehnenschmerz. Auch die Belastungsprofile unterscheiden sich grundlegend: Ein Rennpferd trägt eine halbe Tonne auf vier Gliedmassen im Galopp, ein Mensch läuft aufrecht auf zwei.

Was sich daraus nüchtern ableiten lässt

Drei Beobachtungen halten der Prüfung stand. Erstens scheint bei der Anpassung gesunder Sehnen die Belastungshöhe der wirksamere Hebel zu sein als die gewählte Übungsform: Die Zusammenfassung der Interventionsstudien fand einen Zusammenhang mit der Intensität, nicht mit der Kontraktionsart, und die direkte Gegenüberstellung zweier Trainingsformen bei Beschwerden ergab keinen Unterschied. Zweitens wiegt Vorbeugung schwerer als Reparatur, weil der Sehnenkern nach heutigem Kenntnisstand nicht neu gebaut wird.

Drittens sind Nahrungsergänzungen kein Ersatz für Belastung. Eine Zusammenfassung von 19 Studien mit 768 Erwachsenen fand unter Kollagenpeptiden zusammen mit regelmässigem Training günstige Effekte auf die Sehnenmorphologie, stufte die Sicherheit dieser Aussage aber selbst als sehr gering ein. Ohne Trainingsreiz wurde in diesen Arbeiten nichts Vergleichbares gezeigt.

  • Kein Verfahren wandelt bisher Narbengewebe in normales Sehnengewebe zurück, weder beim Pferd noch beim Menschen.
  • Kein Screening sagte in den vorliegenden Reihen den akuten Sehnenriss zuverlässig voraus.
  • Kein Behandlungsergebnis einer Art erlaubt einen Rückschluss auf die andere.
  • Keine der hier zitierten Arbeiten stützt eine Dosierungs- oder Therapieempfehlung.

Messverfahren für Sehnenumbau: was sie sehen und was sie systematisch übersehen

Eigene Auswertung

Zusammengestellt aus den in diesem Artikel zitierten Originalarbeiten: Für jedes Verfahren wurde festgehalten, welche Grösse tatsächlich gemessen wurde, über welchen Zeitraum sie Auskunft gibt und welche Frage sie offenlässt.
VerfahrenGemessene GrösseZeithorizontBlinder FleckArt in den zitierten Arbeiten
Kohlenstoff-14-BombenpulsBaujahr des Kollagens im SehnenkernLebenslang, JahrzehnteSagt nichts über die aktuelle SyntheserateMensch
Boten-RNA für Kollagen I und IIIAktuelle Bauanweisung der ZellenStunden bis TageKein Beleg, dass das Protein auch eingebaut wirdPferd
Abbaumarker des Typ-I-KollagensLaufender Abbau der bestehenden MatrixTage bis WochenTrennt Abbau und Neubau nichtPferd
Gewebe-AutofluoreszenzNicht-enzymatische Quervernetzung, indirekt MatrixalterJahreUnspezifisch gegenüber der UrsachePferd
Kollagen-HybridisierungspeptidMechanisch aufgebrochene Kollagen-TripelhelixSofort nach BelastungErfasst funktionellen Schaden unterhalb der Nachweisgrenze nichtRatte, ausserhalb des Körpers
Ultraschall-QuerschnittsflächeGrösse und Echomuster der SehneWochen bis MonateSagte in einer zweijährigen Reihe den akuten Riss nicht vorausPferd
Steifigkeitsmessung am LebendenMechanische Antwort der Sehne auf KraftWochen bis MonateTrennt Material- und Formänderung nur indirektMensch

Grenzen und Unsicherheiten

  • Die zentrale Datenreihe zum menschlichen Sehnenumsatz beruht auf rechtsmedizinischen Proben und einer Rückrechnung über atmosphärische Werte, nicht auf wiederholten Messungen an denselben lebenden Personen.
  • Zur Biologie des Sehnenumbaus existieren fast nur Labor-, Gewebe- und Beobachtungsdaten; randomisierte Studien liegen überwiegend zur Behandlung vor. Rund die Hälfte der hier verwendeten Arbeiten ist eine systematische Übersicht, Meta-Analyse oder randomisierte Studie, die andere Hälfte ist mechanistisch oder beobachtend. Ein höherer Anteil ist in diesem Feld derzeit nicht verfügbar.
  • Die equinen Zellbehandlungsdaten stützen sich teilweise auf Vergleiche mit historischen Kontrollgruppen; die systematische Auswertung von 2024 bewertet die Studienqualität als schwach und das Verzerrungsrisiko als hoch.
  • Die Prävalenzzahlen stammen von Vollblütern unter Rennbedingungen in Japan und Grossbritannien und lassen sich weder auf Freizeitpferde noch auf andere Disziplinen oder Länder übertragen.
  • Die Befunde zur interfaszikulären Matrix und zum Elastin stammen aus Versuchen an entnommenem Gewebe; ein klinischer Zusammenhang mit dem Verletzungsrisiko im lebenden Tier ist damit nicht bewiesen.
  • Zur Wirkung von Kollagenpeptiden auf Sehnengewebe stuft die vorliegende Zusammenfassung die Sicherheit der eigenen Aussage als sehr gering ein.

Offene Fragen

  • Ist der erhöhte Kollagenaustausch, der Jahre vor den ersten Beschwerden beginnt, eine sehr frühe Krankheitsphase oder ein vorbestehender Risikofaktor?
  • Lässt sich der Zustand der interfaszikulären Matrix am lebenden Tier oder Menschen messen, bevor die Sehne reisst?
  • Gibt es eine Belastungsform, die im Reparaturgewebe den Anteil an Kollagen Typ III tatsächlich senkt und die Faserausrichtung normalisiert?
  • Warum senken Zellbehandlungen beim Pferd die Wiederverletzungsrate, ohne die Rückkehr zur vollen Leistung zu erhöhen?

Häufige Fragen

Kann man kaputtes Sehnengewebe wieder aufbauen?

Nach heutigem Kenntnisstand nicht im Sinne eines echten Neuaufbaus. Der tragende Kern der menschlichen Achillessehne entsteht während des Längenwachstums und wird danach im Wesentlichen nicht mehr ersetzt. Nach einer Verletzung entsteht Reparaturgewebe, das in Pferdesehnen 20 bis 30 Prozent Kollagen Typ III enthält, während gesundes Sehnengewebe fast ausschliesslich aus Typ I besteht. Dieses Narbengewebe ist weniger belastbar. Belastung kann eine Sehne steifer und etwas dicker machen, sie tauscht das Grundgerüst aber nicht aus.

Warum heilt eine Sehne so viel langsamer als ein Muskel?

Weil beide Gewebe grundsätzlich verschieden mit ihrer Matrix umgehen. In denselben Körpern, in denen der Sehnenkern jahrzehntealtes Kollagen enthielt, zeigte Skelettmuskel einen laufenden Umsatz. Sehnengewebe ist zudem zellarm und schlecht durchblutet. In einem Laborversuch an Faszikeln aus Rattenschwanzsehnen wurde eine mechanische Schädigung über mehrere Tage praktisch nicht repariert: Die ansässigen Zellen bauten eher ab und sendeten Signale nach aussen, statt selbst neu aufzubauen.

Bringt Kollagen als Nahrungsergänzung etwas für die Sehnen?

Die Datenlage ist schwach und die Aussage unsicher. Eine Zusammenfassung von 19 Studien mit 768 gesunden Erwachsenen fand unter Kollagenpeptiden in Kombination mit regelmässigem Training günstige Effekte auf die Sehnenmorphologie. Die Autorinnen und Autoren stuften die Sicherheit genau dieser Aussage jedoch selbst als sehr gering ein. Ohne begleitendes Training wurde nichts Vergleichbares gezeigt. Dieser Text nennt bewusst keine Mengen und keine Empfehlung.

Ist die Beugesehne des Pferdes wirklich dasselbe wie meine Achillessehne?

Funktionell sehr ähnlich, klinisch nicht identisch. Beide sind Energiespeicher, die beim Auffussen Energie aufnehmen und beim Abstossen zurückgeben, beide arbeiten nahe an ihrer Materialgrenze, beide haben einen langsam umgebauten Kern und heilen über Narbe. Eine Übersichtsarbeit von 2014 hält jedoch ausdrücklich fest, dass die Pferdesehne ein Modell für den akuten Riss bei Sportlerinnen und Sportlern ist, nicht für das ganze Spektrum menschlicher Sehnenbeschwerden und insbesondere nicht für den chronischen Sehnenschmerz.

Warum verletzen sich ältere Pferde und ältere Menschen häufiger an der Sehne?

Weil sich Schäden ansammeln und die Matrix zwischen den Faszikeln altert. In einer Auswertung von 10'262 japanischen Vollblütern hatten drei- und mehrjährige Pferde ein deutlich höheres Risiko als zweijährige. Auf Gewebeebene wurde die interfaszikuläre Matrix der Speichersehne mit dem Alter steifer und ermüdungsanfälliger, und ihr Elastin nahm ab und ordnete sich unregelmässiger an. Das erklärt den Zusammenhang plausibel, ist aber ein Laborbefund und kein individueller Risikomarker.

Muss ein Achillessehnenriss operiert werden?

Diese Frage entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, nicht ein Artikel. Die Studienlage zeigt eine Abwägung: Eine Zusammenfassung von 33 Studien mit knapp 36'000 Personen fand nach Operation weniger erneute Risse und häufigere Rückkehr zum Sport, dafür mehr Infektionen und mehr Nervenschäden. Eine Auswertung von 14 randomisierten Studien mit 1'628 Teilnehmenden zeigte ebenfalls weniger erneute Risse nach Operation, nach dem offenen Verfahren aber mehr Komplikationen. Plättchenreiches Plasma verbesserte die Ergebnisse in keiner der beiden Gruppen.

Quellen

  1. Heinemeier KM, Schjerling P, Heinemeier J, Magnusson SP, Kjaer M. Lack of tissue renewal in human adult Achilles tendon is revealed by nuclear bomb 14C. FASEB Journal, 2013 (Laborstudie | Mensch)DOI 10.1096/fj.12-225599
    Kohlenstoff-14-Messungen an 28 Achillessehnen und 4 Muskelproben ergaben, dass der Sehnenkern im Wesentlichen in den ersten rund 17 Lebensjahren gebildet und danach kaum erneuert wird, während Muskel laufend umgesetzt wird.
  2. Heinemeier KM, Schjerling P, Ohlenschlaeger TF, Eismark C, Olsen J, Kjaer M. Carbon-14 bomb pulse dating shows that tendinopathy is preceded by years of abnormally high collagen turnover. FASEB Journal, 2018 (Fall-Kontroll-Studie | Mensch)DOI 10.1096/fj.201701569R
    In 25 tendinopathischen gegenüber 10 gesunden Achillessehnen war ein erheblicher Kollagenanteil im Erwachsenenalter erneuert worden; die Modellierung deutet auf einen jahrelangen erhöhten Austausch vor Symptombeginn hin.
  3. Patterson-Kane JC, Rich T. Achilles tendon injuries in elite athletes: lessons in pathophysiology from their equine counterparts. ILAR Journal, 2014 (Andere | Mehrere Arten)DOI 10.1093/ilar/ilu004
    Die Übersicht stuft die oberflächliche Beugesehne des Pferdes als funktionell und klinisch gleichwertiges Modell der menschlichen Achillessehne ein, betont aber, dass sie nur den akuten Riss abbildet und nicht den chronischen Sehnenschmerz.
  4. Birch HL, Worboys S, Eissa S, Jackson B, Strassburg S, Clegg PD. Matrix metabolism rate differs in functionally distinct tendons. Matrix Biology, 2008 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.matbio.2007.10.004
    Die energiespeichernde Beugesehne zeigte trotz höherer Zelldichte niedrigere Kollagen-Boten-RNA, niedrigere Abbaumarker und höhere Gewebefluoreszenz als die Positionssehne, was auf einen langsameren Matrixumbau hindeutet.
  5. Thorpe CT, Godinho MSC, Riley GP, Birch HL, Clegg PD, Screen HRC. The interfascicular matrix enables fascicle sliding and recovery in tendon, and behaves more elastically in energy storing tendons. Journal of the Mechanical Behavior of Biomedical Materials, 2015 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.jmbbm.2015.04.009
    Die interfaszikuläre Matrix der Speichersehne verhielt sich elastischer als die der Positionssehne und wurde mit zunehmendem Alter steifer sowie weniger widerstandsfähig gegen wiederholte Belastung.
  6. Godinho MSC, Thorpe CT, Greenwald SE, Screen HRC. Elastin is localised to the interfascicular matrix of energy storing tendons and becomes increasingly disorganised with ageing. Scientific Reports, 2017 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1038/s41598-017-09995-4
    Elastin ist in der interfaszikulären Matrix energiespeichernder Pferdesehnen konzentriert; Menge und Ordnung nehmen mit dem Alter ab, was mit dem erhöhten Verletzungsrisiko alter Speichersehnen vereinbar ist.
  7. Kasashima Y, Takahashi T, Smith RKW, Goodship AE, Kuwano A, Ueno T, Hirano S. Prevalence of superficial digital flexor tendonitis and suspensory desmitis in Japanese Thoroughbred flat racehorses in 1999. Equine Veterinary Journal, 2004 (Querschnittstudie | Pferd)DOI 10.2746/0425164044890580
    Bei 10'262 Vollblütern lag die Prävalenz der Beugesehnenentzündung der Vordergliedmasse bei 11,1 Prozent, an der Hintergliedmasse bei 0,06 Prozent, mit deutlich höherem Risiko ab dem dritten Lebensjahr.
  8. Avella CS, Ely ER, Verheyen KLP, Price JS, Wood JLN, Smith RKW. Ultrasonographic assessment of the superficial digital flexor tendons of National Hunt racehorses in training over two racing seasons. Equine Veterinary Journal, 2009 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.2746/042516409x391042
    Bei 263 Hindernispferden fand sich über zwei Saisons in 24 Prozent der Fälle eine Sehnenveränderung, mit einer als nicht gesichert eingestuften Streuung zwischen den Trainingsställen von 10 bis 40 Prozent; der routinemässige Ultraschall im Dreimonatsabstand konnte den akuten Riss nicht vorhersagen.
  9. Williams IF, Heaton A, McCullagh KG. Cell morphology and collagen types in equine tendon scar. Research in Veterinary Science, 1980 (Laborstudie | Pferd)PMID 7414083
    Normales Pferdesehnengewebe bestand fast ausschliesslich aus Kollagen Typ I, das Narbengewebe nach Teilriss enthielt zusätzlich 20 bis 30 Prozent Typ III, was auf eine geringere Zugfestigkeit der Narbe schliessen lässt.
  10. Stauber T, Blache U, Snedeker JG. Tendon tissue microdamage and the limits of intrinsic repair. Matrix Biology, 2019 (Laborstudie | Nagetier)DOI 10.1016/j.matbio.2019.07.008
    Isolierte Sehnenfaszikel verloren bereits ab zwei Prozent Dehnung an Elastizitätsmodul, strukturelle Kollagenschäden traten ab sechs Prozent auf, und der Sehnenkern reparierte diese Schäden über Tage praktisch nicht.
  11. Schulze-Tanzil GG, Delgado-Calcares M, Stange R, Wildemann B, Docheva D. Tendon healing: a concise review on cellular and molecular mechanisms with a particular focus on the Achilles tendon. Bone & Joint Research, 2022 (Andere | Mehrere Arten)DOI 10.1302/2046-3758.118.BJR-2021-0576.R1
    Die Übersicht beschreibt anhaltende Entzündung, übermässige Gefässeinsprossung und ein unreifes Reparaturgewebe als zentrale Gründe dafür, dass geheiltes Sehnengewebe die mechanische Kompetenz des Ausgangsgewebes nicht erreicht.
  12. Bohm S, Mersmann F, Arampatzis A. Human tendon adaptation in response to mechanical loading: a systematic review and meta-analysis of exercise intervention studies on healthy adults. Sports Medicine - Open, 2015 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1186/s40798-015-0009-9
    Über 27 Studien und 37 Interventionen mit 264 gesunden Erwachsenen stiegen Sehnensteifigkeit und Elastizitätsmodul deutlich und die Querschnittsfläche geringer; die Belastungsintensität war massgeblich, die Kontraktionsart nicht.
  13. Beyer R, Kongsgaard M, Hougs Kjaer B, Ohlenschlaeger T, Kjaer M, Magnusson SP. Heavy Slow Resistance Versus Eccentric Training as Treatment for Achilles Tendinopathy: A Randomized Controlled Trial. The American Journal of Sports Medicine, 2015 (Randomisierte Studie | Mensch)DOI 10.1177/0363546515584760
    Bei 58 Personen mit chronischer Achillessehnentendinopathie verbesserten exzentrisches Training und schweres langsames Krafttraining Funktion und Schmerz gleichermassen und dauerhaft bis 52 Wochen, ohne Unterschied zwischen den Verfahren.
  14. Yuan F, Ren K, Zhao Z, Wang P, Song L. The efficacy of eccentric exercise in the treatment of Achilles tendinopathy: a systematic review and meta-analysis. BMC Musculoskeletal Disorders, 2026 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1186/s12891-026-09861-3
    Über 21 randomisierte Studien mit 994 Personen war exzentrisches Training physikalischen Verfahren bei der Schmerzreduktion überlegen, anderen Trainingsformen jedoch gleichwertig; die Funktionsdaten waren sehr heterogen.
  15. Yang Z, Ge Z, Zheng J, Zhang L, Yang Z. Surgical treatment versus conservative management for acute Achilles tendon rupture: a systematic review and meta-analysis. Journal of Orthopaedic Surgery and Research, 2025 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1186/s13018-025-05990-y
    Über 33 Studien mit 35'896 Personen senkte die Operation die erneute Rissrate und erhöhte die Rückkehr zum Sport, ging aber mit mehr Infektionen und Nervenschäden einher; plättchenreiches Plasma zeigte keinen Zusatznutzen.
  16. Xu S, Xiao J, Li Y, Liu E, Qin Y, Shen X. Operative versus nonoperative management of acute Achilles tendon rupture: a systematic review and meta-analysis of clinical outcomes from randomized controlled trials. Annals of Medicine, 2025 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1080/07853890.2025.2537349
    Über 14 randomisierte Studien mit 1'628 Teilnehmenden senkten offene und minimalinvasive Operationen die erneute Rissrate deutlich, bei höherer Komplikationsrate der offenen Technik und ohne Unterschied in der Funktionsbewertung.
  17. Ko VM, Cao M, Qiu J, Fong IC, Fu SC, Yung PS, Ling SK. Comparative short-term effectiveness of non-surgical treatments for insertional Achilles tendinopathy: a systematic review and network meta-analysis. BMC Musculoskeletal Disorders, 2023 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1186/s12891-023-06170-x
    Über 9 Studien mit 464 Teilnehmenden rangierte exzentrisches Training mit Weichteilbehandlung kurzfristig am besten, doch das Vertrauen in alle nicht-chirurgischen Verfahren war sehr gering und es liess sich keine beste Option benennen.
  18. Charles R, Fang L, Zhu R, Wang J. The effectiveness of shockwave therapy on patellar tendinopathy, Achilles tendinopathy, and plantar fasciitis: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Immunology, 2023 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.3389/fimmu.2023.1193835
    Die Auswertung fand für die Achillessehne nur geringe und uneinheitliche Effekte der Stosswellentherapie auf Schmerz und Funktion, während sie bei der Plantarfasziitis deutliche Effekte zeigte.
  19. Godwin EE, Young NJ, Dudhia J, Beamish IC, Smith RKW. Implantation of bone marrow-derived mesenchymal stem cells demonstrates improved outcome in horses with overstrain injury of the superficial digital flexor tendon. Equine Veterinary Journal, 2012 (Kohortenstudie | Pferd)DOI 10.1111/j.2042-3306.2011.00363.x
    Bei 113 nachverfolgten Rennpferden lag die Wiederverletzungsrate nach Zellimplantation bei 27,4 Prozent, bei Hindernispferden bei 25,7 Prozent, was tiefer war als in publizierten historischen Vergleichsgruppen.
  20. Smith RKW, Werling NJ, Dakin SG, Alam R, Goodship AE, Dudhia J. Beneficial effects of autologous bone marrow-derived mesenchymal stem cells in naturally occurring tendinopathy. PLoS ONE, 2013 (Randomisierte Studie | Pferd)DOI 10.1371/journal.pone.0075697
    In einer randomisierten Studie an 12 Pferden mit karrierebeendender Beugesehnenverletzung zeigten behandelte Sehnen nach sechs Monaten eine besser geordnete Struktur und normalere Zusammensetzung als die Kontrollsehnen.
  21. M'Cloud WRC, Guzman KE, Panek CL, Colbath AC. Stem cells and platelet-rich plasma for the treatment of naturally occurring equine tendon and ligament injuries: a systematic review and meta-analysis. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2024 (Meta-Analyse | Pferd)DOI 10.2460/javma.23.12.0723
    Über 21 eingeschlossene Studien erhöhten Zell- oder Plasmabehandlungen die Rückkehr zur Leistung nicht, senkten aber das Wiederverletzungsrisiko; die Studienqualität war schwach und das Verzerrungsrisiko hoch.
  22. Brossi PM, Moreira JJ, Machado TSL, Baccarin RYA. Platelet-rich plasma in orthopedic therapy: a comparative systematic review of clinical and experimental data in equine and human musculoskeletal lesions. BMC Veterinary Research, 2015 (Systematische Übersichtsarbeit | Mehrere Arten)DOI 10.1186/s12917-015-0403-z
    Über 123 Arbeiten bei Pferd und Mensch traten günstige Ergebnisse für plättchenreiches Plasma überwiegend in Studien mit hohem Verzerrungsrisiko auf, ausbleibende Effekte dagegen häufiger in methodisch besseren Studien.
  23. Caspers MK, Gier CJ, Reesink HL. Equine non-septic tenosynovitis: A systematic literature review of site-specific pathological lesions, outcomes and surgical complications. Equine Veterinary Journal, 2024 (Systematische Übersichtsarbeit | Pferd)DOI 10.1111/evj.14000
    Über 85 Studien mit 2'101 Pferden war die Fesselbeugesehnenscheide am häufigsten betroffen, und die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr zum früheren Leistungsniveau lag für die meisten Strukturen bei etwa 50 Prozent.
  24. Bischof K, Moitzi AM, Stafilidis S, Koenig D. Impact of Collagen Peptide Supplementation in Combination with Long-Term Physical Training on Strength, Musculotendinous Remodeling, Functional Recovery, and Body Composition in Healthy Adults: A Systematic Review with Meta-analysis. Sports Medicine, 2024 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1007/s40279-024-02079-0
    Über 19 Studien mit 768 Erwachsenen zeigten Kollagenpeptide zusammen mit Training günstige Effekte auf Sehnenmorphologie und Kraft, doch die Sicherheit der Aussage zur Sehne wurde selbst als sehr gering eingestuft.
  25. Godinho MS, Thorpe CT, Greenwald SE, Screen HRC. Elastase treatment of tendon specifically impacts the mechanical properties of the interfascicular matrix. Acta Biomaterialia, 2021 (Laborstudie | Pferd)DOI 10.1016/j.actbio.2021.01.030
    An entnommenen oberflächlichen Beugesehnen junger und alter Pferde senkte der enzymatische Abbau von Elastin gezielt Viskoelastizität, Ermüdungsfestigkeit und Erholungsfähigkeit der interfaszikulären Matrix, ohne die Mechanik der Faszikel messbar zu verändern.
  26. Lazarczuk SL, Maniar N, Opar DA, Duhig SJ, Shield A, Barrett RS, Bourne MN. Mechanical, Material and Morphological Adaptations of Healthy Lower Limb Tendons to Mechanical Loading: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine, 2022 (Meta-Analyse | Mensch)DOI 10.1007/s40279-022-01695-y
    Über 61 Arbeiten mit 763 Personen erhöhte mechanische Belastung Steifigkeit und Elastizitätsmodul deutlich und die Querschnittsfläche nur wenig; die Steifigkeitszunahme ging vor allem auf das Material zurück, und Protokolle mit hoher lokaler Sehnendehnung wirkten stärker als solche mit niedriger.

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